Weil die Stadt so viele Brücken hat, gilt Stockholm als „Venedig des Nordens“. Dabei hat es noch einiges mehr zu bieten als die Wege über den malerischen Mälarsee und die Ostsee: coole Designs, bestechenden Humor und weltberühmte Sehenswürdigkeiten.

Text: Helmut Ziegler

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Weil die Stadt so viele Brücken hat, gilt Stockholm als „Venedig des Nordens“. Dabei hat es noch einiges mehr zu bieten als die Wege über den malerischen Mälarsee und die Ostsee: coole Designs, bestechenden Humor und weltberühmte Sehenswürdigkeiten.

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08:30 Hej, starten Sie süß in den Tag: mit Kaffee und Zimtschnecken, dem Nationalgebäck. Stockholmer schwören auf die von Bröd & Salt. Die Bäckereifiliale am Järntorget 83 liegt direkt in der Altstadt Gamla stan, mitten im Zentrum. Wenn Sie im falschen Moment blinzeln, verpassen Sie zwar die engste Gasse der Stadt, Mårten Trotzigs Gränd, aber das Vorbeischlendern an goldfarbenen Kaufmannshäusern am Stortorget, dem großen Platz, oder an der Ehrengarde vor den Toren des Schlosses bietet mittelalterliche Stimmung pur.

09:30 Schwedisches Design jenseits von IKEA als ein erster Gegensatz gefällig? Mood ist ein stylishes Zentrum meist lokaler Händler für Interieur, Mode sowie wunderbar minimalistisch gestalteten Schnickschnack (Regeringsgatan 48). Dabei lernen Sie gleich zwei Dinge: Nein, Stockholm ist nicht günstig, und ja, man bezahlt fast alles mit Kreditkarte. Rund 500 Meter weiter nördlich, im Brunkebergstunnel für Fußgänger und Radfahrer, finden Sie den Hintergrund für ein originelles Selfie: glitzernd-spiegelndes Science- Fiction-Feeling dank genietetem Wellblech in Gelb und Grau.

08:30 Hej, starten Sie süß in den Tag: mit Kaffee und Zimtschnecken, dem Nationalgebäck. Stockholmer schwören auf die von Bröd & Salt. Die Bäckereifiliale am Järntorget 83 liegt direkt in der Altstadt Gamla stan, mitten im Zentrum. Wenn Sie im falschen Moment blinzeln, verpassen Sie zwar die engste Gasse der Stadt, Mårten Trotzigs Gränd, aber das Vorbeischlendern an goldfarbenen Kaufmannshäusern am Stortorget, dem großen Platz, oder an der Ehrengarde vor den Toren des Schlosses bietet mittelalterliche Stimmung pur.

09:30 Schwedisches Design jenseits von IKEA als ein erster Gegensatz gefällig? Mood ist ein stylishes Zentrum meist lokaler Händler für Interieur, Mode sowie wunderbar minimalistisch gestalteten Schnickschnack (Regeringsgatan 48). Dabei lernen Sie gleich zwei Dinge: Nein, Stockholm ist nicht günstig, und ja, man bezahlt fast alles mit Kreditkarte. Rund 500 Meter weiter nördlich, im Brunkebergstunnel für Fußgänger und Radfahrer, finden Sie den Hintergrund für ein originelles Selfie: glitzernd-spiegelndes Science- Fiction-Feeling dank genietetem Wellblech in Gelb und Grau.

10:45 Im Stadshus (Hantverkargatan 1), dem Rathaus, finden Sie extra herbeigeschaffte Felsen, als stünde der 1923 fertiggestellte wuchtige Bau auf einer Schäre. Innen geht es ab 11:00 Uhr mit einer Führung weiter: der Blaue Saal aus rotem Backstein, byzantinische Mosaike, ein mediterraner Balkon wie bei Romeo und Julia sowie vorgetäuschte Wasserschäden. Übrigens: Sind Sie gut in Form? Dann steigen Sie die 365 Stufen des Turms hoch – und Stockholm liegt Ihnen zu Füßen.

11:30 Krimifans, aufgepasst: Mithilfe der Millennium Map, die es zum Beispiel im Mittelaltermuseum gibt, können Sie sich im hippen Södermalm auf die Spuren von Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander begeben. Hier befinden sich die meisten Drehorte der Stieg-Larsson-Krimis.

12:00 Ist Ihnen die Millennium-Trilogie eher egal, kommen Sie etwas später nach Söder, wie die Einheimischen Södermalm nennen. Das frühere raue Arbeiterquartier besticht durch alternative Galerien, schmucke Cafés, kleine Parks, aber auch riesige Markthallen. Rund um die Götgatan, die Hauptschlagader des Viertels, finden sich charmante Shops wie Grandpa (Södermannagatan 21) oder Restaurants wie das Pelikan (Blekingegatan 40), eine rustikale Bierhalle, die für eingelegte Heringsvariationen mit Käse und Knäckebrot bekannt ist.

10:45 Im Stadshus (Hantverkargatan 1), dem Rathaus, finden Sie extra herbeigeschaffte Felsen, als stünde der 1923 fertiggestellte wuchtige Bau auf einer Schäre. Innen geht es ab 11:00 Uhr mit einer Führung weiter: der Blaue Saal aus rotem Backstein, byzantinische Mosaike, ein mediterraner Balkon wie bei Romeo und Julia sowie vorgetäuschte Wasserschäden. Übrigens: Sind Sie gut in Form? Dann steigen Sie die 365 Stufen des Turms hoch – und Stockholm liegt Ihnen zu Füßen.

11:30 Krimifans, aufgepasst: Mithilfe der Millennium Map, die es zum Beispiel im Mittelaltermuseum gibt, können Sie sich im hippen Södermalm auf die Spuren von Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander begeben. Hier befinden sich die meisten Drehorte der Stieg-Larsson-Krimis.

12:00 Ist Ihnen die Millennium-Trilogie eher egal, kommen Sie etwas später nach Söder, wie die Einheimischen Södermalm nennen. Das frühere raue Arbeiterquartier besticht durch alternative Galerien, schmucke Cafés, kleine Parks, aber auch riesige Markthallen. Rund um die Götgatan, die Hauptschlagader des Viertels, finden sich charmante Shops wie Grandpa (Södermannagatan 21) oder Restaurants wie das Pelikan (Blekingegatan 40), eine rustikale Bierhalle, die für eingelegte Heringsvariationen mit Käse und Knäckebrot bekannt ist.

14:00 Da Stockholm zu 30 Prozent aus Wasserflächen besteht sowie über 1-a-Fahrradwege verfügt, sollten Sie die vier Kilometer zur Insel Djurgården radeln oder die Fähre ab Slussen nehmen – sie wird ein Lächeln auf Ihre Lippen zaubern. Danach haben Sie die Qual der Wahl: Mit den Füßen wippen zu Schwedens erfolgreichstem Pop-Export? Willkommen im ABBA-Museum (Djurgårdsvägen 68)! Unter freiem Himmel Schwedens Historie im Schnellvorlauf live erleben? Ab zum Freilichtmuseum Skansen (Djurgårdsslätten 49)! Im Vergnügungspark Kettenkarussell fahren und Süßigkeiten schießen? Das bietet Gröna Lund (Lilla Allmänna Gränd 9). Kinder große Augen kriegen lassen? Hallo Junibacken, ein Astrid-Lindgren- Themenpark samt Villa Kunterbunt (Galärvarvsvägen 8)! Selbst vor Staunen den Mund nicht zubekommen beim Anblick einer 1628 gesunkenen Galeone? Los gehts zum Vasa-Museum (Galärvarvsvägen 14).

Sie können sich nicht entscheiden? Auf Djurgården gibt es einen bewaldeten Park und viele Strände, wo man einfach nur entspannt aufs Wasser schauen kann. Haben wir Ihnen schon Rosendals Trädgård (Rosendalsvägen 38) ans Herz gelegt, das Biocafé in einem Gewächshaus, die Oase der Stadt zwischen Apfelbäumen und Rosenbüschen?

14:00 Da Stockholm zu 30 Prozent aus Wasserflächen besteht sowie über 1-a-Fahrradwege verfügt, sollten Sie die vier Kilometer zur Insel Djurgården radeln oder die Fähre ab Slussen nehmen – sie wird ein Lächeln auf Ihre Lippen zaubern. Danach haben Sie die Qual der Wahl: Mit den Füßen wippen zu Schwedens erfolgreichstem Pop-Export? Willkommen im ABBA-Museum (Djurgårdsvägen 68)! Unter freiem Himmel Schwedens Historie im Schnellvorlauf live erleben? Ab zum Freilichtmuseum Skansen (Djurgårdsslätten 49)! Im Vergnügungspark Kettenkarussell fahren und Süßigkeiten schießen? Das bietet Gröna Lund (Lilla Allmänna Gränd 9). Kinder große Augen kriegen lassen? Hallo Junibacken, ein Astrid-Lindgren- Themenpark samt Villa Kunterbunt (Galärvarvsvägen 8)! Selbst vor Staunen den Mund nicht zubekommen beim Anblick einer 1628 gesunkenen Galeone? Los gehts zum Vasa-Museum (Galärvarvsvägen 14).

Sie können sich nicht entscheiden? Auf Djurgården gibt es einen bewaldeten Park und viele Strände, wo man einfach nur entspannt aufs Wasser schauen kann. Haben wir Ihnen schon Rosendals Trädgård (Rosendalsvägen 38) ans Herz gelegt, das Biocafé in einem Gewächshaus, die Oase der Stadt zwischen Apfelbäumen und Rosenbüschen?

17:30 In Stockholm isst man früh zu „Middag“, wie hier das Abendbrot heißt. Die Restaurants sind also voll. Und der Globen (Globentorget 2) leer, zumal das größte kugelförmige Gebäude der Welt bereits um 18:00 Uhr schließt. Bis dahin aber fahren gläserne Fahrstühle außen an ihm entlang. Zehn Minuten hoch, ein fantastischer Ausblick zeigt sich, dann geht es zehn Minuten wieder nach unten.

18:00 Noch tiefer geht es direkt vor der Tür des Aufzugs – in die längste Galerie der Welt. Mehr als 90 der 100 Haltestellen der Metro (schwedisch: Tunnelbana) zeigen Gemälde, Installationen oder artistische Gesamtkonzepte. Die Station Kungsträdgården wirkt höhlenartig-urtümlich mit Ausgrabungselementen. Odenplan dagegen, nur drei Stationen entfernt, ist hip und modern, auf der Piano-Treppe können Sie zudem Beethovens „Für Elise“ steppen.

17:30 In Stockholm isst man früh zu „Middag“, wie hier das Abendbrot heißt. Die Restaurants sind also voll. Und der Globen (Globentorget 2) leer, zumal das größte kugelförmige Gebäude der Welt bereits um 18:00 Uhr schließt. Bis dahin aber fahren gläserne Fahrstühle außen an ihm entlang. Zehn Minuten hoch, ein fantastischer Ausblick zeigt sich, dann geht es zehn Minuten wieder nach unten.

18:00 Noch tiefer geht es direkt vor der Tür des Aufzugs – in die längste Galerie der Welt. Mehr als 90 der 100 Haltestellen der Metro (schwedisch: Tunnelbana) zeigen Gemälde, Installationen oder artistische Gesamtkonzepte. Die Station Kungsträdgården wirkt höhlenartig-urtümlich mit Ausgrabungselementen. Odenplan dagegen, nur drei Stationen entfernt, ist hip und modern, auf der Piano-Treppe können Sie zudem Beethovens „Für Elise“ steppen.

20:00 Wer jetzt Hunger verspürt, kehrt nach Södermalm zurück. Im Woodstockholm (Mosebacke torg 9) ist es ein Leichtes, bei leckeren Gerichten neue Leute kennenzulernen. In dem an einen Möbelladen angeschlossenen Bistro sitzt man nämlich nah beieinander, und die Speisen aus lokalen, nachhaltigen Produkten eröffnen neue kulinarische Horizonte. Das monatlich wechselnde Menü ist stets einem Thema gewidmet – wobei „Salvador Dalí“, „Say Cheese“ oder „Norden“ frei interpretiert werden. Etwas mehr Privatsphäre bietet das Meatballs For The People (Nytorgsgatan 30). Hier gibt es fast ausschließlich Fleischklopse: zu Spaghetti in Tomatensauce, mit Preiselbeeren und Kartoffelstampf oder zu Knäckebrot. Die golfballgroßen Hackbällchen allerdings wechseln täglich, sind mal von Bär, Elch, Rentier oder wildem Eber. Und die besten der Stadt!

20:00 Wer jetzt Hunger verspürt, kehrt nach Södermalm zurück. Im Woodstockholm (Mosebacke torg 9) ist es ein Leichtes, bei leckeren Gerichten neue Leute kennenzulernen. In dem an einen Möbelladen angeschlossenen Bistro sitzt man nämlich nah beieinander, und die Speisen aus lokalen, nachhaltigen Produkten eröffnen neue kulinarische Horizonte. Das monatlich wechselnde Menü ist stets einem Thema gewidmet – wobei „Salvador Dalí“, „Say Cheese“ oder „Norden“ frei interpretiert werden. Etwas mehr Privatsphäre bietet das Meatballs For The People (Nytorgsgatan 30). Hier gibt es fast ausschließlich Fleischklopse: zu Spaghetti in Tomatensauce, mit Preiselbeeren und Kartoffelstampf oder zu Knäckebrot. Die golfballgroßen Hackbällchen allerdings wechseln täglich, sind mal von Bär, Elch, Rentier oder wildem Eber. Und die besten der Stadt!

22:15 Stockholms Nachtleben lockt. Statten Sie zum Beispiel dem zentralen schwedischen Nationaltheater, von Einheimischen „Dramaten“ (Nybroplan 11) genannt, einen Besuch ab. Schon die kunstvolle Gestaltung des Gebäudes im Jugendstil beeindruckt noch vor der Abendvorstellung. Mögen Sie es eher lässig, bleiben Sie in Södermalm – beispielsweise auf dem Thaiboat (Kajplats 301, nahe Östgötagatan 100), einem Beach Club, dessen Inneres auch harte Beats verströmt. Oder Sie besuchen das Debaser (Hornstulls strand 4), einen Konzertclub, etwas versteckt und durch die Konzentration auf Schwarz und punktuelles Rot auch mysteriös. Legen Sie dagegen Wert auf Eleganz, ist das Gebiet um den Platz Stureplan Ihr Ziel. Hier eignet sich die Spy Bar (Birger Jarlsgatan 20) für echte Nachtschwärmer, denn der Nachtclub schließt erst um fünf Uhr morgens. Und auch die ICEBAR (Vasaplan 4) ist einen Besuch wert – sie hält, was der Name verspricht: Mit Ausnahme des Personals und der Drinks ist alles aus Eis.

22:15 Stockholms Nachtleben lockt. Statten Sie zum Beispiel dem zentralen schwedischen Nationaltheater, von Einheimischen „Dramaten“ (Nybroplan 11) genannt, einen Besuch ab. Schon die kunstvolle Gestaltung des Gebäudes im Jugendstil beeindruckt noch vor der Abendvorstellung. Mögen Sie es eher lässig, bleiben Sie in Södermalm – beispielsweise auf dem Thaiboat (Kajplats 301, nahe Östgötagatan 100), einem Beach Club, dessen Inneres auch harte Beats verströmt. Oder Sie besuchen das Debaser (Hornstulls strand 4), einen Konzertclub, etwas versteckt und durch die Konzentration auf Schwarz und punktuelles Rot auch mysteriös. Legen Sie dagegen Wert auf Eleganz, ist das Gebiet um den Platz Stureplan Ihr Ziel. Hier eignet sich die Spy Bar (Birger Jarlsgatan 20) für echte Nachtschwärmer, denn der Nachtclub schließt erst um fünf Uhr morgens. Und auch die ICEBAR (Vasaplan 4) ist einen Besuch wert – sie hält, was der Name verspricht: Mit Ausnahme des Personals und der Drinks ist alles aus Eis.

Sonnenaufgang

Der genaue Zeitpunkt hängt von Ihrer Reisezeit ab. Was nicht variiert, ist der schönste Ort, um ihn zu erleben: Hornsbergs Strand, auch „Riviera von Stockholm“ genannt, was nur ein wenig übertrieben ist. Das einstige Arbeiterviertel wurde zu einem Platz zum Ausspannen am Wasser mit viel Holz, Granit und Rasen sowie pittoresk platziertem Rost. Wenn das dunkle Grau des Himmels dann heller wird, zu Blau und Gelb, den Farben Schwedens, heißt es: Hej då, Stockholm!

Bildnachweise: 1 Henrik Trygg/mediabank.visitstockholm.com, 3 Jeppe Wikström/mediabank.visitstockholm.com, 4+7 Yanan Li/mediabank.visitstockholm.com, 5 Victor Gårdsäter/mediabank.visitstockholm.com, 6 Tove Freij/mediabank.visitstockholm.com

Mehr Inspiration zu Nordeuropa finden Sie im aktuellen AIDA Magazin.

Sonnenaufgang

Der genaue Zeitpunkt hängt von Ihrer Reisezeit ab. Was nicht variiert, ist der schönste Ort, um ihn zu erleben: Hornsbergs Strand, auch „Riviera von Stockholm“ genannt, was nur ein wenig übertrieben ist. Das einstige Arbeiterviertel wurde zu einem Platz zum Ausspannen am Wasser mit viel Holz, Granit und Rasen sowie pittoresk platziertem Rost. Wenn das dunkle Grau des Himmels dann heller wird, zu Blau und Gelb, den Farben Schwedens, heißt es: Hej då, Stockholm!

Bildnachweise: 1 Henrik Trygg/mediabank.visitstockholm.com, 3 Jeppe Wikström/mediabank.visitstockholm.com, 4+7 Yanan Li/mediabank.visitstockholm.com, 5 Victor Gårdsäter/mediabank.visitstockholm.com, 6 Tove Freij/mediabank.visitstockholm.com

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