Höhlen – das sind dunkle Räume unter der Erde, die die Fantasie beflügeln. Das Unterirdische hat schon immer eine starke Faszination auf die Menschen ausgeübt. Da wäre die Höhle von Psychro auf Kreta, der griechischen Mythologie nach der Geburtsort des Gottvaters Zeus. Oder die Höhle der Kalypso auf Gozo bei Malta, in der Odysseus jahrelang von einer Nymphe festgehalten wurde – so jedenfalls die Erzählung des Dichters Homer. Auch bei Porto Cristo im Osten Mallorcas gibt es so einen Ort: die Drachenhöhlen.

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Höhlen – das sind dunkle Räume unter der Erde, die die Fantasie beflügeln. Das Unterirdische hat schon immer eine starke Faszination auf die Menschen ausgeübt. Da wäre die Höhle von Psychro auf Kreta, der griechischen Mythologie nach der Geburtsort des Gottvaters Zeus. Oder die Höhle der Kalypso auf Gozo bei Malta, in der Odysseus jahrelang von einer Nymphe festgehalten wurde – so jedenfalls die Erzählung des Dichters Homer. Auch bei Porto Cristo im Osten Mallorcas gibt es so einen Ort: die Drachenhöhlen.

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Einfach sagenhaft

Einheimische gaben ihnen den Namen Coves del Drac, weil dort der Sage nach in früheren Zeiten ein Ungeheuer hauste. Diesem, so die Legende, vertrauten Seeräuber ihre Schätze an, die sie auf zahllosen Raubzügen über die Meere erbeutet hatten. Einige Sagen berichten zudem von Templern, die wertvolle Güter in der Grotte versteckt haben sollen. Aufgrund der unter den Inselbewohnern kursierenden Erzählungen veranlasste Rover de Rovenach, Gouverneur von Mallorca, im Jahr 1338 eine erste Expedition ins Innere der Höhlen, die gleichzeitig eine Schatzsuche war. Sie blieb jedoch erfolglos, da die Soldaten, die hierfür rekrutiert worden waren, sich nicht weiter hineintrauten als in Sichtweite des Ausgangs. Aus dieser Zeit stammen auch die ersten Karten der Höhle.

Einfach sagenhaft

Einheimische gaben ihnen den Namen Coves del Drac, weil dort der Sage nach in früheren Zeiten ein Ungeheuer hauste. Diesem, so die Legende, vertrauten Seeräuber ihre Schätze an, die sie auf zahllosen Raubzügen über die Meere erbeutet hatten. Einige Sagen berichten zudem von Templern, die wertvolle Güter in der Grotte versteckt haben sollen. Aufgrund der unter den Inselbewohnern kursierenden Erzählungen veranlasste Rover de Rovenach, Gouverneur von Mallorca, im Jahr 1338 eine erste Expedition ins Innere der Höhlen, die gleichzeitig eine Schatzsuche war. Sie blieb jedoch erfolglos, da die Soldaten, die hierfür rekrutiert worden waren, sich nicht weiter hineintrauten als in Sichtweite des Ausgangs. Aus dieser Zeit stammen auch die ersten Karten der Höhle.

Einzigartiges Erlebnis

Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Coves del Drac schließlich vollständig erforscht. 1896 entdeckte der Franzose Édouard Alfred Martel im Höhleninneren einen See, der mit 177 Meter Länge und bis zu 9 Meter Tiefe der größte unterirdische See Europas ist und den Namen seines Entdeckers trägt: Llac Martel. Heute sind die Drachenhöhlen ganzjährig für Besucher geöffnet. Auf einer Strecke von ca. 1.200 Metern in bis zu 25 Meter Tiefe lassen sich beeindruckende Kalkgebilde besichtigen, die mithilfe eines speziellen Lichtkonzepts kunstvoll ausgeleuchtet werden. Den Höhepunkt des Besuchs bildet seit 1935 ein zehnminütiges Streichkonzert. Nachdem das Publikum in einer Art unterirdischem Miniamphitheater Platz genommen hat, erklingen die ersten Töne aus unbestimmter Ferne. Dann erst schiebt sich das Ensemble ins Bild: auf einem Boot über das glasklare, atmosphärisch illuminierte Wasser gleitend. Die Inszenierung mit faszinierenden Lichteffekten macht die Darbietung zu etwas ganz Besonderem.

Einzigartiges Erlebnis

Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Coves del Drac schließlich vollständig erforscht. 1896 entdeckte der Franzose Édouard Alfred Martel im Höhleninneren einen See, der mit 177 Meter Länge und bis zu 9 Meter Tiefe der größte unterirdische See Europas ist und den Namen seines Entdeckers trägt: Llac Martel. Heute sind die Drachenhöhlen ganzjährig für Besucher geöffnet. Auf einer Strecke von ca. 1.200 Metern in bis zu 25 Meter Tiefe lassen sich beeindruckende Kalkgebilde besichtigen, die mithilfe eines speziellen Lichtkonzepts kunstvoll ausgeleuchtet werden. Den Höhepunkt des Besuchs bildet seit 1935 ein zehnminütiges Streichkonzert. Nachdem das Publikum in einer Art unterirdischem Miniamphitheater Platz genommen hat, erklingen die ersten Töne aus unbestimmter Ferne. Dann erst schiebt sich das Ensemble ins Bild: auf einem Boot über das glasklare, atmosphärisch illuminierte Wasser gleitend. Die Inszenierung mit faszinierenden Lichteffekten macht die Darbietung zu etwas ganz Besonderem.

Bizarres Bild

Die letzte Etappe zu Fuß führt an weiteren bizarren Gebilden aus Stalaktiten und Stalagmiten vorbei. Am Ende des Martel-Sees beginnt der Aufstieg, die Luft wird spürbar trockener. Ein letzter Blick geht zurück auf die ungewöhnliche Höhlenpracht, um am Ende blinzelnd dem Licht entgegenzusteigen. Dann fühlt es sich an wie eine Rückkehr in die Realität, die für eine Stunde, einen Moment, ganz ausgeblendet war. Ein Schatz wurde in den Drachenhöhlen noch immer nicht entdeckt. Doch einen Besuch sind die Coves del Drac dennoch allemal wert.

TEXT Nora Kollmannsperger

Bizarres Bild

Die letzte Etappe zu Fuß führt an weiteren bizarren Gebilden aus Stalaktiten und Stalagmiten vorbei. Am Ende des Martel-Sees beginnt der Aufstieg, die Luft wird spürbar trockener. Ein letzter Blick geht zurück auf die ungewöhnliche Höhlenpracht, um am Ende blinzelnd dem Licht entgegenzusteigen. Dann fühlt es sich an wie eine Rückkehr in die Realität, die für eine Stunde, einen Moment, ganz ausgeblendet war. Ein Schatz wurde in den Drachenhöhlen noch immer nicht entdeckt. Doch einen Besuch sind die Coves del Drac dennoch allemal wert.

TEXT Nora Kollmannsperger